Sonntag, 27. September 2020

Warum es so schwer ist abzuschalten - erster Auswärts-Kaffee 2020

Letze Woche haben ich mir meinen ersten "einfach-nur-so-auswärts-Kaffee" 2020 gegönnt. Das hat aber ausnahmsweise mal nichts mit Corona tun (oder nur sehr bedingt). Ich bin ein Dorf- beziehungsweise Kleinstadtkind. Wir gehen nicht einfach so Kaffeetrinken, wir brauchen einen Grund: Geburt, Geburtstag, Hochzeit, Beerdigung. Eventuell noch mit besonderem Besuch. Aber nur so und dann noch allein, dass kommt eher nicht so häufig vor. 

Jetzt muss ich ein wenig ausholen: Die letzten Wochen bei mir zu Hause waren echt chaotisch - gefühlt sage ich seit 10 Jahren nichts anderes. Ich wohne mit meiner Schwester und meinen Eltern zusammen und leider haben wir alle gesundheitliche Einschränkungen. Unser System funktioniert auf einer sehr fragilen Ebene und wenn ein weiteres Problem hinzukommt, stürzt alles wie ein Kartenhaus zusammen. Meine Mutter kann nach mehreren Rückenoperationen gerade noch so im Haus mit Rollator gehen und war jetzt noch einmal in der Reha. Es lief gut an, aber dann ist sie gestürzt und hat sich Kreuzband und Meniskus im Knie gerissen. Damit sollte sie sofort nach Hause, konnte aber nicht alleine aufstehen und natürlich auch nicht selbstständig gehen. Wer sollte ihr helfen bei uns zu Hause? Es folgten viele Stunden Diskussionen in der Notaufnahme bevor sie aus Kulanz aufgenommen wurde. An dieser Stelle war es echt ein Glück, dass Schwestern Dienst hatten, die mich schon viele Jahre kennen und dem Arzt auch noch einmal klar gemacht haben, dass ich nicht so zerbrechlich aussehen mag, aber eben selbst kaum kann. Wir bekamen zwei Wochen Zeit alles zu organisieren, umzuräumen, uns irgendwie darauf einzustellen und Mama wurde beigebracht wie sie jetzt zumindest ins stehen kommt. Dazu kommen meine ganzen Baustellen weswegen ich auch jede Menge Untersuchungen und Arzttermine abarbeiten muss, während der "Alltag" mit Physio und Co, Haushalt etc natürlich weiterläuft. Jedes mal wenn ich dachte: "So, morgen ist mal nichts, alles ist erledigt." folgten am nächsten Tag neue Dinge die geregelt werden mussten. Gefühlt habe ich 500 Telefonate geführt und es gab keinen Tag wo ich nicht bei Ärzten, Sanitatshaus und Apotheke war. Und dieser ganze körperliche und emotionale Stress hat natürlich auch gleich wieder schlimme Schmerzschübe ausgelöst. Kommt ja dann immer alles zusammen. 

Letzte Woche Montag war ich also wieder wieder seit 7 Uhr unterwegs zu Untersuchungen und stand dann um 10 Uhr vor der Tür der Praxis, in der Nähe des Markplatzes und die Sonne schien noch mal so richtig toll. Da kam mir der Gedanke mir eine halbe Stunde Auszeit zu gönnen - einfach so. Sofort meldete sich mein schlechtes Gewissen, ich sollte die Zeit lieber vernünftig nutzen: Küche und Wäsche warten, Papierkram erledigen, aufräumen, Vereinsarbeit machen, Blog und social media aktualisieren, endlich mal Freunden antworten, Sport machen oder einfach mal schlafen. Aber sein wir ehrlich, mit großer Wahrscheinlichkeit hätte ich in dieser halben Stunde (na ja, waren dann 45 Min) nicht wirklich viel von dem geschafft. Außerdem wusste ich, dass meine Mutter drei Tage später nach Hause kommt und dann würde es in naher Zukunft keine so günstige Gelegenheit für eine kleine Auszeit mehr geben. 

Also habe ich mir einen Milchkaffee bestellt und habe nach kurzem Kampf mit mir selbst entschieden in dieser Zeit auch keine WhatsApp und Emails zu beantworten oder Blogs und Instagram nachzulesen. Ich habe mir ein Hörbuch angemacht, die Sonne im Rücken und den Kaffee genossen - auch wenn ich ein bisschen dazu brauchte um runterzufahren. Was soll ich sagen, es tat unfassbar gut und ich weiß, ich müsste so etwas eigentlich häufiger machen.

Dabei weiß ich im Grunde auch genau, dass solche kleinen Auszeiten unglaublich wichtig sind um bei Kräften zu bleiben - körperlich, aber auch mental. Selbstfürsorge ist das Stichwort! Trotzdem fällt es mir oft schwer abzuschalten, wenn ich im Kopf diese 100 To-do-Listen habe. 

Daher... lasst uns virtuell gemeinsam einen Kaffee trinken und ein paar Minuten abschalten,

Miriam

 

Freitag, 18. September 2020

Muko-Spendenlauf 2020 - mein persönlicher Rückblick

Als wir im letzten Winter den neuen Termin für unseren Muko-Spendenlauf Hannover 2020 festlegten, ahnte natürlich noch niemand, dass der Lauf in diesem Jahr in geänderter Form stattfinden würde. Und auch als im März die Corona-Pandemie nach Deutschland kam, hatte ich kurz die Hoffnung, dass sich bis Ende August alles wieder normalisieren könnte... Relativ schnell wurde mir aber klar, dass ich den Lauf in seiner gewohnten Art und Weise so aber nicht würde durchführen können - schließlich gehöre ich (und fast alle meine Helfer*innen vor Ort) zur Covid-19-Risikogruppe. 

Was also tun? Den Muko-Spendenlauf 2020 absagen? Das war irgendwie keine Option - denn gerade in diesen Zeiten ist das Haus Schutzengel, für das wir jedes Jahr Spenden sammeln, auf unsere Hilfe angewiesen. Es musste also eine Alternativlösung her. 

 

Der virtuelle Muko-Spendenlauf

Da im April die ersten Benefizläufe nicht vor Ort, sondern "virtuell" stattfanden, wollten wir dies auch für unseren Spendenlauf. Gesagt - Konzept erarbeitet - getan. Und so fand unser 13. Muko-Spendenlauf Hannover erstmals nicht auf dem Sportplatz Hasenheide des TKH statt, sondern alle Läuferinnen und Läufer liefen zu Hause oder im Urlaub oder wo sie sonst gerade waren.

Zugegebenermaßen war ich etwas skeptisch, ob in diesem Jahr tatsächlich so viele Teilnehmer und Sponsoren unseren Lauf unterstützen würden. Doch ich habe einfach die weltbesten Spendenläufer*innen und Unterstützer*innen überhaupt! 318 Teilnehmer waren am 30. August unterwegs. Über 3113 km wurden gelaufen, gegangen, gewandert, geradelt und sogar geritten. Da die Teilnehmer von ihrem Lauf Fotos gemacht haben, bekamen wir hinterher so viele tolle und vor allem ganz unterschiedliche Fotos. Das hat mich echt umgehauen. Der Muko-Spendenlauf ist ja kein Wettkampf, sondern ein Miteinander. Und genauso war es auch in diesem Jahr: Wir hatten kleine Kinder am Start, die Zuhause einmal um den Block gelaufen sind, ebenso wie zwei Marathonläufer, die 42 km absolviert haben. Einige Firmen haben Laufgruppen aus Arbeitskollegen angemeldet, die alle eifrig mitgelaufen sind. Wir haben Rentner mit Rollator, Familien auf Wandertour und Hobbyläufer dabei, und ebenso eine frisch Lungentransplantierte, die "ihren Muko-Spendenlauf" mit ein paar Schritten auf dem Flur der Krankenhausstation absolvierte. Es waren fünf Hunde mit auf der Piste und erstmals auch ein Pferd! Was für eine Mischung!

Wenn Ihr die Fotos vom Lauf sehen möchtet, dann guckt auf der Webseite vom Muko-Spendenlauf vorbei.

Wir sind sehr dankbar und glücklich, dass inzwischen über 20.000 Euro an Spenden bei diesem Lauf zusammen gekommen sind. Das ist der Wahnsinn! Von so einer Spendensumme hätte ich niemals zu träumen gewagt. Auch an dieser Stelle möchte ich mich deshalb nochmal bei allen bedanken, die mitgeholfen haben, dass der Muko-Spendenlauf 2020 ein so großer Erfolg wurde. DANKE.

Natürlich hätte ich gerne alle bekannten (und unbekannten neuen) Gesichter auf dem Sportplatz gesehen und hier und da mal einen kleinen "Schnack" gehalten... hoffen wir einfach, dass wir uns im nächsten Jahr alle wieder auf der Hasenheide sehen - bei bestem Wetter, Live-Musik und Bratwurst oder Crepes...
Insa 


Samstag, 12. September 2020

so viel los....

Die letzten Tage und Wochen waren für uns beide recht stressig und vollgepackt. Insa hatte/hat viel mit dem Muko-Spendenlauf zu tun und bei Miriam gab/gibt es derzeit etwas familiäre Turbolenzen...

Jetzt kam es unverhofft doch zu einem Treffen - das erste (und wahrscheinlich auch letzte) in diesem Jahr. Leider gab es keinen schönen Anlaß - wir sind zusammen zu einer Beerdigung einer Freundin gefahren... trotzdem war es schön sich mal wieder zu sehen. Und wir haben vor dem Start unserer Reise schnell noch ein gemeinsames Foto gemacht.

Nächste Woche gibt es hier wieder mehr zu lesen - versprochen.

Insa und Miriam


Samstag, 29. August 2020

heiße Sommertage

Puh - bin ich froh, dass es inzwischen wieder abgekühlt ist. Ihr auch? Glücklicherweise machen mir inzwischen Temperaturen um die 30°C nicht mehr so viel aus wie früher, aber mein Lieblingswetter ist das nicht. (Ich bin irgendwie mehr der Frühlingstyp!)

Wenn solche heißen Sommertage sind und mein Mann und ich abends noch lange auf dem Balkon sitzen (in der Hoffnung auf einen kleinen Windhauch...), dann fällt mir oft irgendwann mein erster Krankenhaussommer ein. Das war 1982 und es war damals genauso heiß in Hannover wie jetzt. Die Zimmer der Kinderklinik hatten große Terrassentüren, die Rund um die Uhr offenstanden. Nachts saß ich oft mit meiner Mutter auf dem Balkon. Es war so warm und wir konnten beide nicht schlafen... was natürlich nicht nur an den Sommertemperaturen lag, sondern auch am ganzen drumherum. Ich war damals neun Jahre alt und wir haben uns viel erzählt. Es war unter diesen Umständen (für uns beide) nicht so einfach  - wobei ich glaube, dass meine Mutter damals viel mehr gelitten hat als ich... Mütter wollen ja immer beschützen und das geht in so einer Situation nicht wirklich. Ich habe aber diesen Sommer in guter Erinnerung. Denn (und das war ja schließlich das Wichtigste) ich war nicht alleine und die Medikamente haben geholfen.

1982: Insa in Davos - nach der Rückkehr ging es quasi direkt in die MHH, das war der erste Klinikaufenthalt, viele weitere sollten folgen...

 

Muko-Familien halten zusammen

Irgendwann hat Frau Nolte vom Haus Schutzengel (HINWEIS: am Sonntag ist Muko-Spendenlauf, bei dem wir für das Haus Schutzengel Spenden sammeln - letzte Anmeldungen werden noch entgegen genommen!) mal erwähnt, dass sie den Familienzusammenhalt in Muko-Familien so toll findet. Durch ihre Arbeit im Haus Schutzengel hat Frau Nolte schon viele Muko-Familien kennengelernt. Als ich so darüber nachdachte, musste ich ihr Recht geben. Ich kenne auch viele Muko-Familien, in denen der Familienzusammenhalt (Eltern - Kind) sehr stark ist. Natürlich gibt es auch andere Muko-Familien ... aber ich glaube, wenn alle in der Familie die Krankheit akzeptieren und damit leben lernen, dann kann das die Familienmitglieder sehr zusammenschweißen. So ist das auch bei uns. Wir haben viele Höhen und Tiefen mit dieser Krankeit durchgemacht. Und ich war (bin) immer froh, dass ich dabei meine Eltern - und später auch meinen Freund/Mann an meiner Seite hatte. 

Gerade ist ja wieder so eine besondere Situation. Die Corona-Pandemie lässt uns zusammenrücken und zeigt uns was wichtig ist im Leben: Gesundheit und unsere Lieben.

Schön, dass wir sie haben!
Insa

 

Freitag, 14. August 2020

Abschied als Risikopatient während Corona

Kleiner Spoiler zu Beginn: Wenn wir hier im Blog über Abschied reden, geht es leider meistens um den Tod. Heute nicht!

Keine Umarmung, kein trösten


Mein Patenkind, 15 Jahre alt, ist vor ein paar Tagen für ein Jahr nach Irland geflogen. Seit Dezember hatten wir uns nicht mehr gesehen, auch an ihrem (vorläufigen) Schulabschluß habe ich nicht teilnehmen können. Was allerdings ironischerweise passt, denn zu ihrer Einschulung konnte ich damals auch nicht, weil ich gerade in der Reha in Belgien war. Aber wenigstens verabschieden wollte ich mich persönlich, wenn auch mit Abstand, Maske und großer Vorsicht. Das war richtig richtig blöd. Während ich in ihr Abschiedsbuch schrieb, kam sie zu mir und zeigte mir Abschiedsgeschenke und fing an zu weinen. Ich saß da und hätte sie natürlich so gern einfach in den Arm genommen. Aber wegen Corona ging das nicht, zu gefährlich. Ich bin dieses social distancing auf Grund meiner Erkrankung ja gewöhnt. Immer wieder gibt es Zeiten wo ich mehr Abstand halten muss und mit meinen Muko-Freunden sowieso. Und normalerweise schaffe ich es ganz gut mich zu arrangieren. Aber in solchen Momenten, wie mit meinem weinenden Patenkind (oder wenn ich meine engsten Muko-Freunde nicht umarmen und trösten darf) ist das einfach - Entschuldigung - zum Kotzen. In diesen Situationen möchte ich alle Vorsicht über Bord werfen und hab es so satt mich ständig kontrollieren zu müssen und immer abzuwägen was geht und was geht nicht. Solche Momente brechen mein Herz. Ich bin wütend, frustriert und vor allem unglaublich traurig.

Schuldgefühle


Jetzt mögen einige sagen "stell Dich nicht so an". Aber es geht nicht nur um mich. Wenn ich entscheide "sch... drauf" und nun zum Beispiel mein Patenkind umarme und knuddele, dann ist das zwar meine Entscheidung, aber sollte es mega blöd laufen und ich infiziere mich tatsächlich mit Corona, liege dann auf der Intensivstation oder sterbe sogar. Dann wird sich mein Patenkind furchtbare Vorwürfe machen und eine schreckliche Last ein leben lang mit sich tragen. Da kann ich noch so oft sagen "meine Entscheidung". Daher werde ich leider auch meine beste Freundin weitere Monate nicht sehen können, da sie im Einzelhandel arbeitet und - zu Recht - einfach viel zu viel Panik hat, mir was anzuhängen. 

Katzentisch


Normalerweise wollte ich dann auch weg sein, bevor die Großeltern zum Abschied kommen, aber der Grill roch echt gut und nach Monaten mal wieder Freunde sehen, war auch einfach zu schön. So habe ich mich trotz allem noch entschlossen "mit" zu Essen... in Entfernung, am extra Tisch (war das früher nicht immer der Kinder- oder "Katzentisch"?). Besser als nix, aber natürlich auch das für alle eine nicht einfache Situation. Ich saß im Grunde alleine und schnappte immer Mal einzelne Gesprächsfetzen auf und die anderen hatten ein schlechtes Gewissen weil sie mich "alleine" da sitzen lassen. Da ist es gerade lustig und schon wird es "komisch" weil da in der Ecke noch jemand sitzt. So kann man eine Party auch crashen. Dieses Foto ist für mich das persönliche Symbolbild zur Corona-Krise. 


Der Abschied


Der Abschied von meinem Patenkind war dann noch einmal ein richtig bescheuerter Moment. Luftküsschen, winken und gute Wünsche... ohne Umarmen und Knuddeln fühlt es sich einfach nicht richtig, nicht fertig an :-( . Ursprunglich hatte ich mal die Idee sie in Irland zu besuchen. Tja, das wird wohl leider auch nichts.

Na ja, das Essen war trotzdem lecker und ich bin trotz allem super glücklich das ich mal raus war und vor allem, dass ich zumindest persönlich Tschüß sagen konnte. Ich wünschte mir die ganzen Verweigerer, Ignoranten, Meckerer und Partyleute hätten in dieser Krise ein bisschen verstanden wie das ist und würden dankbarer sein am Leben und gesund zu sein - und mit angemessenem Verhalten helfen, dass auch Menschen wie ich wieder ein wenig am Alltag teilnehmen können.

Passt weiter gut auf Euch auf,
Miriam
 

Freitag, 31. Juli 2020

Die Sache mit der Hoffnung

Hoffnung ist ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens. Sie ist so wichtig, wie sie auch brüchig sein kann. Sätze, die heute fast schon zu Floskeln verkommen sind, wie: "Die Hoffnung stirbt zuletzt", haben ihren Sinn. Ohne Hoffnung geht es nicht. Das bedeutet nicht, dass die Hoffnung oder das Hoffen immer deutlich präsent sind, meist begleitet sie uns unterschwellig. Dazu kommen die vielen kleinen Momente in denen wir Hoffen. Wir hoffen einen Parkplatz zu bekommen, eine Prüfung zu bestehen oder dass das Benzin noch bis zur nächsten Tankstelle reicht.

Konkreter oder wichtiger wird es aber, wenn wir hoffen dass ein Untersuchungsbefund gut ausgeht, eine Therapie wirkt oder eine Operation erfolgreich ist. Leider ist "Enttäuschung" immer wieder eng verbunden mit der Hoffnung. Denn nicht alle Hoffnungen gehen in Erfüllung. Was dann? Dann wird ein neues Ziel, eine neue Hoffnung definiert und es geht weiter.

Meine aktuelle Hoffnung


Ich habe zur Zeit eine konkrete Hoffnung, die aber gleichzeitig ein totales Gefühlschaos auslöst. Wie ich immer schon mal geschrieben habe, habe ich seit der Transplantation viele Schmerzen. Es gibt dafür auch nicht DIE eine Diagnose. Es ist ein Blumenstrauß an Diagnosen, Ideen und Vermutungen. Mein Körper hat viel durchgemacht, dazu die schweren Medikamente mit ihren Nebenwirkungen und Langzeitfolgen, es ist eh erstaunlich was ein Körper alles verkraftet und mit macht. Nach meinem letzten Besuch in der Lungentransplantationsambulanz wurde das Thema Schmerzen noch einmal neu besprochen und nun steht die Idee im Raum, etwas an den Immunsuppressiva zu ändern. In der Hoffnung, dass eines der jetzigen Medikamente die Schmerzen auslöst oder zumindest begünstigt.

Gefühlschaos


Uff, ich sage Euch, dass hat ein Gefühlschaos sondergleichen ausgelöst. Zuerst einmal ist da sofort die große Hoffnung schmerzfrei zu werden und endlich all die Dinge auszuprobieren, die ich mir schon unendlich lange wünsche. Ich sehe mich Fahrradtouren machen, endlich einen Hochseilgarten besuchen, in der Trampolinhalle rumalbern, Stand up Paddeling ausprobieren und mit Insa bouldern.
Aber dann kommt die hinterlistige Erfahrung um die Ecke und mahnt: Na na na... nicht so voreilig. Was, wenn die Schmerzen nun nicht von diesem Medikament sind. Was, wenn schon so viel irreversible Schäden da sind, dass höchstens (immerhin) das Fortschreiten verhindert wird. Was, wenn es einfach keinen Unterschied macht und eine der letzten Optionen im Nichts verläuft. Die Angst nachher nur enttäuscht zu sein, mischt sich unter die Hoffnung. Versteht mich nicht falsch, ich bin grundsätzlich positiv eingestellt, aber die "was wenn-Fragen" sind heute natürlich viel mehr, als noch vor 20 Jahren. Dafür habe ich zu viel erlebt. Ich versuche also die Hoffnung klein zu halten oder Ihr könntet auch sagen, ich versuche meine Erwartungen runterzuschrauben, um nachher nicht in ein zu großes Loch zu fallen, wenn es nicht klappt. Trotzdem ist es so schön einen Strohhalm in der Hand zu halten und für ein paar Wochen von Dingen zu träumen, die ich vielleicht wieder machen könnte.

Schroedingers Katze


Es ist ein bisschen wie mit "Schroedingers Katze". Solang ich es noch nicht ausprobiert habe, kann es der ganz große Durchbruch sein (oder eben nicht). Da meine Ärztin noch im Urlaub ist, und es eben nicht ganz so einfach ist mal eben ein wichtiges Medikament zu wechseln, kann ich mich noch eine Weile der schönen ungebrochenen Hoffnung hin geben.

Gebt die Hoffnung niemals auf!
Miriam


Freitag, 24. Juli 2020

Der 13. Muko-Spendenlauf....

... wird anders sein als in den Jahren zuvor. ABER - der Lauf wird stattfinden!
Es ist leider so, dass fast alle Helfer und auch ich zur Covid-19-Risikogruppe gehören (oder Angehöriger eines Risikopatienten sind)… und ohne Helfer vor Ort funktioniert der Lauf einfach nicht.

Gemeinsame Kilometer - getrennte Wege


Natürlich finde ich es total schade, dass wir in diesem Jahr kein gemeinsames Erlebnis Muko-Spendenlauf haben... aber sehen wir es positiv: In diesem Jahr kann wirklich jede/jeder mitmachen. Es ist egal, ob Ihr gerade im Urlaub seid oder zu Hause. Ob Ihr im Wald, am See, am Meer, durch Wiesen, Straßen oder Berge lauft. Es ist egal ob Ihr in Hannover, Niedersachen, Deutschland oder irgendwo in der Welt lauft. Es ist egal ob Ihr morgens, mittags oder abends lauft. Es ist egal ob Ihr einen Marathon oder Eure Lieblingsstrecke lauft, eine Runde Spazieren geht oder walkt. Hauptsache Ihr seid dabei!

Gemeinsam laufen wir am 30. August 2020 für das Haus Schutzegel, die Eltern- und Patientenherberge des Mukoviszidose e.V.. Gerade in diesem Jahr sind die Spenden für das Haus enorm wichtig, da derzeit weniger Spendengelder beim Verein für das Haus eingehen...

Mitlaufen ist ganz einfach


1. SPONSOREN SUCHEN

Auch in diesem Jahr soll es ein Spendenlauf sein und es wäre toll, wenn Ihr Euch wieder auf die Suche nach Sponsoren machen könntet. Wir wissen, dass es einige (Firmen wie auch Privatpersonen) zur Zeit nicht leicht haben und bitten Euch mit Fingerspitzengefühl an die Sache zu gehen.
Da es in diesem Jahr keine Runden gibt, sondern jeder für sich läuft, gibt es folgende Möglichkeiten:

Variante 1: Ihr habt eine Fitness- oder Lauf-App und könnt Euren gelaufenen Kilometerstand abrufen? Perfekt! Sucht Euch einen oder mehrere Sponsoren, die pro Kilometer für Euch spenden.

Variante 2: Ihr wisst nicht genau wie weit Ihr lauft oder walkt? Dann handelt bei Euren Sponsoren einen Festpreis für Eure sportliche Aktivität (z.B. 30 oder 60 Minuten laufen) aus, z.B. 10 oder 20 Euro.
Nutzt für Variante 1 oder 2 gerne auch unsere Laufzettel.

Variante 3: Ihr findet keinen Sponsor? Dann freuen wir uns über eine Spende von 10 Euro – dies geht entweder als Überweisung oder mit dem Onlinespendentool.

2. ONLINE ANMELDEN

Bitte meldet Euch vor dem Lauf online an:
www.muko-spendenlauf.de/anmeldung/

Ihr könnt Euch auch als Gruppe anmelden, z.B. für Mitarbeiter einer Firma.
Bitte beachtet beim Lauf aber die gebotenen Abstände, falls Ihr Euch zum Laufen verabredet.

Wenn Ihr Euch bis zum 30. Juli 2020 bei uns anmeldet, dann bekommt Ihr auf jeden Fall Überraschungspost!  Spoileralarm: Die Überraschung wird klein und gelb und rund sein... es ist der diesjährige Schutzengel-Button! Und ich find ihn echt knuffig... :-) Allein deswegen solltet Ihr schon mitmachen!
3. 30.8.2020 – LOSLAUFEN UND SPASS HABEN

Jede/Jeder läuft vor der eigenen Haustür so viel und so schnell sie/er will. Pausen sind auch hier erlaubt. 🙂
Ihr könnt morgens eine Runde auf Eurer "Hausstrecke" laufen oder Ihr macht nachmittags einen Spaziergang – Hauptsache Ihr seid dabei.

4. FOTO MACHEN

Wenn Ihr unterwegs seid, macht bitte ein Foto von Euch, damit wir hinterher sehen können, wo und wie Ihr alle gelaufen oder gewalkt seid. (Diese Fotos werden dann weiter veröffentlicht und kommen außerdem in unseren Lostopf.)

5. FOTO + INFOS MAILEN

Nach dem Lauf mailt Ihr uns das Foto vom Lauf, evtl. Eure Streckenlänge (bitte mit Foto der App/der Strecke) und – falls Ihr Sponsoren habt, schickt uns deren Infos (Spendensumme, Ansprechpartner, Adresse, Überweisung oder Onlinespende).
Mail an: info@muko-spendenlauf.de

6. URKUNDE

Natürlich bekommt Ihr auch in diesem Jahr eine Urkunde. Diese verschicken wir nach Eurer Rückmeldung (Punkt 5) per Mail.

7. SPONSOREN INFORMIEREN

Falls Ihr einen oder mehrere Sponsoren habt, gebt die Infos zu Eurer Strecke oder das Lauffoto oder die Urkunde weiter, damit sie sehen, dass Ihr für uns aktiv wart. Die Sponsoren überweisen dann bitte direkt an den Mukoviszidose e.V. oder nutzen das Onlinespendentool.

8. VERLOSUNG 

Wir planen auch für diesen Lauf eine kleine Verlosung. Alle die ein Foto bis zum 4.9.2020 schicken, kommen in den Lostopf (ein Foto je Läufer*in nimmt an der Verlosung teil).
Wir werden Eure Fotos auf unserer Facebook-Seite und im Rückblick auf der Muko-Spendenlauf-Webseite veröffentlichen.

Das alles könnt Ihr auch nochmal auf der Webseite vom Muko-Spendenlauf nachlesen:
www.muko-spendenlauf.de

Ich hoffe Ihr macht mit und unterstützt das Haus Schutzengel und damit viele Muko-Familien. Das wäre wirklich ganz wunderbar. Danke.
Insa