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Freitag, 11. Oktober 2019

Ein "Geradehalter"

Eigentlich bin ich niemand, der auf Anzeigen im Internet reagiert... aber diesmal ist es passiert und und ich habe aufgrund einer Online-Anzeige etwas gekauft. Auf Instagram habe ich vor einiger Zeit diesen "Geradehalter zur Haltungskorrektur" gesehen.
Da ich als Muko seit vielen Jahren Probleme mit der Haltung / dem Rücken habe, dachte ich mir, es wäre vielleicht eine gute Idee das Teil einmal auszuprobieren. Für knapp 20 Euro war es mir den Versuch wert.
 

Testlauf


Die Lieferung hat etwas länger gedauert, weil das Teil tatsächlich aus Asien kam.... und dementsprechend für Asiaten (also eher zierliche Menschen) gemacht ist.
Das Anlegen des Geradehalters ging ganz gut - es hat aber etwas gedauert, bis ich einigermaßen die richtige Länge für mich eingestellt hatte.
Was mir gar nicht gefiel war, dass die Gummibänder (natürlich) recht stramm sitzten und damit in die Achselhöhlen drücken/schneiden. Das fand ich auf Dauer unangenehm. Außerdem schliefen mir dadurch nach einiger Zeit die Arme ein....(und zu locker darf das Teil nicht sitzen, dann hat man keine Korrektur).

Fazit


Insgesamt war es einen Test wert, aber für mich ist das Teil nichts. Meine Problemzone (oder wie meine Physio immer so schön sagt: meine Sollbruchstelle) an Schulter/Rücken ist leider etwas tiefer. D.h. das Ding sitzt bei mir einfach zu hoch.
Soweit ich weiß, haben viele Mukos diesen Problembereich. Nach vielen Jahren Dauerhusten und eingeschränkter Lungenfunktion sucht sich der Körper irgendwann eine Schonhaltung...

Habt Ihr solche Geradehalter schon einmal ausprobiert? Oder etwas anderes in dieser Art? Ich würde mich sehr über Rückmeldungen und Erfahrungsberichte freuen.
Insa


Freitag, 8. März 2019

Volkslied: Die Medikamente

Als ich neulich bei meinen Eltern zu Besuch war, stöberte ich im Bücherregal und fand ein altes Liederbuch. Es war "Das große Hausbuch der Volkslieder" mit all den Klassikern, die man in der Grundschule gesungen hat ("Alle Vögel sind schon da" ...). Beim Blättern stolperte ich über das mir unbekannte Lied " Die Medikamente". Huch.

Das Lied beginnt so:

Glaubt mir's doch, ihr lieben Herzen, 
ihr sehts und erfahrets ja.
Was für Jammer, was für Schmerzen
bringt das böse Podagra.
Hier sind Mittel vorgeschlagen, 
die probat und wohl bewährt,
brauchet sie nur nach Belieben, 
jedes ist zehn Taler wert.

Erstens nehmt zwei Marmorsteine,
schneidet ihre Lebern raus,
einem Floh zwei Vorderbeine
und die Milz von einer Laus.
Alles dörrt, dann wirds gestoßet,
nehmt es samt dem Löffel ein:
Eh dreiviertel Stund vergehen,
werdet ihr befreiet sein.

...

So ähnlich geht es dann weiter...
Als Zusatzinfo stand bei dem Lied dabei, dass es wohl aus dem 18. Jahrhundert stammt und dass Podagra Fußgicht war. Dieses Werk war ein typisches "Lied der unmöglichen Dinge" und scheinbar schwer angesagt.

Wer das Lied nachsingen möchte - ich hab es nach einigem Suchen tatsächlich im Netz gefunden unter www.lieder-archiv.de.
Google hatte aber noch mehr Vorschläge für mich - u.a. das Lied der  "Aber sonst gesund" von den Wise Guys. Das Lied ist dann doch deutlich moderner und führt alle Medikamente auf, die wir aus der Apotheke so kennen...

Lalala...
Insa





Freitag, 13. Juli 2018

Krimi/Roman "Das zweite Herz" -

Seit ein paar Jahren tausche ich mit meinem Zahnarzt Bücher. Vor einigen Wochen habe ich von ihm mal wieder einen ganzen Karton Lesenachschub bekommen. Ein bisschen Ablenkung vom chaotischen Alltag konnte ich gut gebrauchen und zog mir gleich mal einen Krimi raus:

"Das zweite Herz" von Michael Connelly (1999 deutsche Erstveröffntlichung, Heyne)

Zuerst dachte ich nur: "Och nö....das wird doch wohl nicht um Transplantationen gehen, komme ich von dem Thema denn nie weg." Aber dann war ich natürlich doch zu neugierig.

Damit Ihr im Groben wisst worum es geht:
Ex-FBI-Agent Terry McCaleb war ein sehr gefragter Profiler, bevor sein Herz ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Die Chancen auf ein Spenderherz waren aufgrund seiner seltenen Blutgruppe gering. Das Buch startet acht Wochen nach seiner erfolgreichen Herztranplantation. Er lebt auf einem Hausboot und versucht sich an sein neues Leben zu gewöhnen. Nach einem Zeitungsartikel über ihn kommen häufiger Leute zu ihm, die seine Hilfe in ungeklärten Verbrechen wollen, was er bisher aber ablehnt. Nun kommt Graciela Rivers zu ihm an Bord und bittet ihn, den ungeklärten Mord ihrer Schwester zu untersuchen. Nach seiner Ablehnung erzählt Graciela ihm, dass er das Herz ihrer ermordeten Schwester bekommen hat. Nun kann er natürlich nicht anders und die Dinge nehmen ihren Lauf. 

ACHTUNG! Am Ende dieses Beitrages, spoiler ich für alle die das Buch nicht selbst lesen wollen noch ein paar mehr Details und das Ende.

Als ich den Plot gelesen habe, habe ich zugegebenermaßen erst einmal die Augen verdreht, Das hörte sich schon wieder nach enorm viel Klischee an. Fehlt nur noch, dass er wegen der Herztransplantation Visionen vom Mord hat oder ähnliches. Andererseits fand ich gut, das eine junge Frau die Herzspenderin war und der Empfänger eben nicht eine hübsche junge Frau sondern ein manchmal etwas sonderbarer, schon etwas älter Mann. Besonders kritisch habe ich selbstverständlich alle Passagen betreffend seiner Transplantation und Nachsorge gelesen, manchmal hat mich das, glaub ich, ein Stück von der eigentlichen Geschichte abgelenkt oder mich nicht so "rein kommen" lassen. Schon dass er auf einem Hausboot lebt, fand ich fragwürdig, genau wie ein paar andere Sachen. Andererseits ist die Geschichte 20 Jahre alt und wie die Empfehlungen in den USA nach einer Transplantation sind, weiß ich natürlich auch nicht. Sehr gut fand ich, dass wirklich schon fast penetrant oft erwähnt wird, wie er Blutdruck und Temperatur misst und in seine Tabelle einträgt, Ein "gesunder" Leser mag das vielleicht sogar nervig und /oder überflüssig finden, für mich war es eines dieser "genau so isses"-Momente. Auch das er nicht einfach flüchten kann wegen seiner Medikamente war ein toller Lesemoment. Ebenfalls gut getroffen sind die Besuche in der Klinik. 
An einer Stelle lehnt die Ärztin die Weiterbehandlung ab, wenn er sich selbst überhöhten Risiken aussetzt. Das Verhalten der Ärztin liess mich befürchten, dass diese irgendwie mit in die Geschichte verwickelt sein könnte (z.B. sowas wie Organhandel). Aber so viel sei verraten, ein Klischeeende wird es nicht - ob die Ärztin was damit zu tun hat oder nicht. 

Bei den Danksagungen am Ende steht, dass ein Freund des Autors herztransplantiert wurde und damit die Inspiration für diese Geschichte lieferte. Daher auch die vielen hintergründigen Gedanken in Bezug auf ein Leben mit einem fremden (neuen) Organ. Über einige der dort angesprochenen Aspekte habe ich tatsächlich auch noch mal nachgedacht. Würde mein "Verhältnis" zu meiner Lunge sich verändern wenn ich wüsste, dass ein Verbrechen am Tod des Spenders Schuld wäre? Eine Tragödie steckt ja immer hinter der Organsspende (abgesehen von den Lebendspenden). Ein Unfall, irgendetwas Unvorhergesehenes und all die damit Verbunden schrecklichen Gefühle der Spenderfamilie. Würde ich mich mit meiner neuen Lunge anders fühlen, wenn ich wüsste welches Schicksal dahintersteht? Eigentlich ist das schon wieder ein Blogthema für sich.

Alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen. Ein spannender Krimi mit etlichen Wendungen, eine bisschen Liebe (okay, das ist nun doch wieder ganz schön Klischee) und dazu die medizinischen Parts. Wenn Ihr das Buch lesen möchtet, bekommt Ihr es wahrscheinlich nur noch gebraucht.. Beim Recherchieren für diesen Beitrag habe ich gesehen, dass das Buch unter der Regie von Clint Eastwood (mit ihm als McCaleb) unter dem Titel "Blood Work" 2002 verfilmt worden ist. Allerdings mit einigen Änderungen an der Geschichte im Vergleich zum Buch.
Von allen die Lust bekommen haben dieses Buch zu lesen verabschiede ich mich an dieser Stelle! 
Bis nächste Woche
Miriam

SPOILER!!!!!!

Der Mord an seiner Herzspenderin wird als normaler Ladendiebstahl behandelt. Die ermittelnden Beamten sind wenig begeistert von McCalebs Einmischung. Aber aufgrund seiner früheren Kontakte kommt er dem Mörder Stück für Stück näher. Und auch Graciela und er kommen sich näher. Bei seinen Recherchen findet er zwei ähnliche Mordfälle und es stellt sich raus, dass alle Morde "für" ihn stattgefunden haben, um ihm ein Herz zu besorgen. (Was die Frage des "Gefühls für das neue Organ" ja noch mal verschärft). Am Ende kommt raus, dass ein Serienkiller aus seiner Vergangenheit ihm dieses "Geschenk" machte und in einem Katz und Maus Spiel kommt es zum großen Showdown, bei dem McCaleb den Täter umbringt. Dieser hatte vorher noch Graciela und ihren Neffen entführt, aber McCaleb kann sie finden und retten.

Freitag, 1. September 2017

Eine Lunge zum Kuscheln

In einem unsere ersten Posts haben wir die Seite "Riesenmikroben" vorgestellt (MRSA für alle). Die Seite gibt es immer noch und dort kann man Keime, Bakterien, Zellen und Co als Plüschtier kaufen. Wann kann man schon mal mit einem Lächeln sagen "Super, ich habe heute MRSA bekommen" :-)  Inzwischen könnt Ihr dort sogar Bakterien als Weihnachtsbaumschmuck kaufen. Das wäre mal Deko für ein Krankenhauszimmer 😄

Nun haben wir eine Seite entdeckt (iheartguts.com),  wo man Organe als Plüschtier bestellen kann! Es gibt aber auch Schlüsselanhänger, Sticker, Strümpfe und einiges mehr:

Gut, ob ich jetzt eine Vagina als Schlüsselanhänger brauche sei mal dahin gestellt, aber die Plüschniere ist ganz süß. Auch das "Herz aus Gold" fanden wir eine klasse Idee. Aber mal ehrlich, wir sind natürlich nicht objektiv und finden schon aus "Berufsgründen" die Plüschlunge am Besten :-)


Wem das nicht reicht, für den gibt auch noch Badelaken, Notizbücher, T-Shirts, Kissen, Tassen und und und. Nach meiner leider umsonst entnommenen Galle, möchte ich bitte das "Ruhe in Frieden Galle" Shirt haben. *lach*

Viel Spaß beim stöbern
Miriam

Freitag, 9. Juni 2017

Kekseeee

Kekse gehen immer. Nicht umsonst bekommt man inzwischen an jeder Ecke Karten, T-Shirts und co mit Sprüchen wie "Komm auf die Dunkle Seite, wir haben Kekse". Das Krümmelmonster macht das schon ganz richtig. Und die Auswahl an Formen ist schier unendlich: Tiere, Wahrzeichen, Zahlen, Buchstaben... Selbstverständlich besitze ich auch eine große Anzahl von Disneykeksausstecher.
Und was ergibt das in der Mukomania-Variante? Natürlich herrliche Lungen-  und Röngtenbild-Kekse :-)
Wenn wir schon keine perfekten Lungen haben, dann backen wir uns eben welche!

Keep calm and eat cookies
Miriam


Freitag, 26. Mai 2017

Was einem so über den Weg läuft... heute Kunst

Ich gucke mir auch mal ganz gerne ein Medizinmuseum oder ähnliches an (Berlintrip mit besuch des Medizinhistorischem Museums der Charite), aber dieses Kunstwerk ist mir überraschend über den Weg gelaufen. Meine Schwester und ich haben uns eine kleine Fotoausstellung zum Thema "Lost Places" angeschaut ("Verfallsdatum" von Angelika Stück). Der Vorteil einer Ausstellung ist definitiv, dass ich nicht gleich vier Stunden im Internet versinken kann, um die Geschichte dahinter zu recherchieren oder Fotos zu suchen, wie dieser verlassene Ort früher mal ausgesehen hat. Ich finde solche Bilder und Geschichten unglaublich interessant und sie berühren mich jedes Mal ungemein - machen aber auch etwas melancholisch. Zu gerne würde ich auch mal auf Entdeckungstour gehen. Aber mal abgesehen davon, dass solche alten Gebäude aufgrund der Schimmelpilzproblematik für jemanden Lungentransplantiertes nicht gerade ideal sind, hätte ich wohl auch zu viel Angst vor den ganzen Spinnen :-).
Kurz vor meiner Lungentransplantation hatte ich geplant an einer Führung durch den verlassenen Spreepark/Plänterwald (berliner-spreepark) in Berlin teilzunehmen, aber dazu kam es leider nicht mehr. Inzwischen ist das Areal verkauft, mal sehen was sich da entwickelt.

Ich schweife mal wieder ab. Wir gehen also entspannt durch die Ausstellung und stolpern über folgendes Kunstwerk:
"Der Weg des Atems von Otto Jansen" von Gerd Christmann

Obwohl ich ansonsten eigentlich recht kreativ bin, gehören bei mir Atem und Lunge automatisch zusammen und ich hab sofort die medizinische Vorstellung vom Netz der Lungenatemwege im Kopf, die sich wie ein umgedrehter Baum in unserem Brustkorb immer weiter verzweigen. Wäre mal spannend zu Erfahren, was sich der Künstler dabei gedacht hat.

Habt eine schöne Woche
Miriam



Freitag, 28. Oktober 2016

Gute Stimmung auf dem Friedhof

Schon seit längerem haben wir die Themen Tod und Beerdigung auf unserer Liste, wußten aber nicht, wie wir das Ganze hier unterbringen sollen. Da nun in Mexiko der "Tag der Toten" gefeiert wird, ergreifen wir die Chance und bringen Euch (wie es so schön heißt) andere Länder und andere Sitten näher.


Ghanas Särge


Vor einiger Zeit hat Miriam zufällig die Sargkunst in Ghana entdeckt. Dort gibt es keine 08/15 Särge, bei denen man zwischen Eiche oder Birke wählen kann, nein, in Ghana werden die Särge aufwendig gestaltet. Dies hat keinen dekorativen Zweck, sondern die figürlichen Särge sollen die Erinnerung an den Verstorbenen und seine Besonderheit darstellen. So gibt es dort bei Beerdingungen Tiere, Pflanzen oder Gegenstände, die dem Toten sehr wichtig waren oder die eine wichtig Rolle in seinem Leben gespielt haben.
Wie wärs mit einem schicken Auto als Sarg?
(Foto: Regula Tschumi - Daniel Mensah "Hello")

In Ghana bedeutet der Tod nicht das Ende - das Leben geht dann nur im Jenseits weiter. Dieser Übergang in eine andere Welt soll so schön wie möglich gemacht werden. Und damit die Überfahrt besser klappt bekommt jeder Verstorbene seinen ganz eigenen Sarg. Da die Ahnen das Leben der Angehörigen steuern und beeinflussen, sind sie immer präsent und nicht vergessen.
Viele Leute geben ihre Ruhestätte schon frühzeitig in Auftrag. Im Internet habe ich Sportschuhe, Kakaobohnen, Langusten oder auch einen Hammer als Sarg entdeckt. Dort geht wirklich alles!

Wie würden wohl unsere Särge aussehen? Ich fände es schon abgefahren, in so einem besonderen Teil beerdigt zu werden. Derzeit könnte ich mich aber nicht entscheiden ob es ein Zeichenstift oder eine Welle sein soll... oder eher doch gleich eine Lunge... das wäre dann allerdings ein sehr großer Sarg.

Die Mexikaner und der Tag der Toten


Särge stehen auch in Mexiko beim Tag der Toten auf dem Programm. Am "Día de los Muertos" (bei uns ist das Helloween bzw. für manche Allerheiligen) gibt es Skelette und Totenköpfe in Massen! Man denkt, dass an diesem Tag die Verstorbenen zu Besuch aus dem Jenseits kommen. Sie werden in der Wohnung empfangen und erhalten Geschenke (z.B. ihre Lieblingsspeise) und alle feiern zusammen ein fröhliches Fest.
Eigens für den Tag schmücken die Bewohner die Zimmer und bauen einen kleinen Altar auf, wo die Geschenke: Totenschädel z.B. aus Schokolade (einen für jeden Toten) und Erinnerungsstücke etc. präsentiert werden. Doch nicht nur in den eigenen vier Wänden wird gefeiert, sondern auch in Schulen oder Büros hängen Girlanden und stehen Gabentische.
Zuckerfiguren
(Foto: Tomás Castelazo - Eigenes Werk)

Es ist ein sehr großes Fest - fast das wichtigste Volksfest in Mexiko. Die Gräber auf den Friedhöfen werden geschmückt und feierlich hergerichtet. Auf den Straßen spielen Bands, dazu gibt es Essens- und Getränkestände. Manche sagen, es sei fast so wie bei uns der Weihnachtsmarkt - nur eben (aus unserer Sicht) etwas skurriler.

Der Tag der Toten hat eine klare Botschaft: Man muss keine Angst vor dem Tod haben - der Tod ist Teil des Lebens. Die Verstorbenen sind weiter wichtig und ein Teil der Familie. Keiner wird vergessen.

Was für eine schöne Tradition und Art an die Verstorbenen zu denken.
Ich finde es toll, wenn so ein Gedenktag nicht mit Trauer sondern mit Freude verbunden wird.
Was meint Ihr?
Miriam und ich könnten uns gut vorstellen eine große Party mit all unseren verstorbenen Muko-Freunden zu feiern. Das wäre ein rauschendes Fest.

Was auch immer Ihr feiert - viel Spaß dabei.
Insa

P.S. Natürlich gibt es weltweit noch deutlich mehr Traditionen rund um die Beerdigung. Auf der Webseite www.bestattungen.de wurden mal die Top Ten aufgeschrieben.

Freitag, 7. Oktober 2016

Lieblingsbecher II

Vor ziemlich genau vier Jahren, hat Insa in unserem ersten richtigen Post ihren Lieblingsbecher vorgestellt (mein-lieblingsbecher). Meine Güte, was ist in den vier Jahren alles passiert. Wirklich unglaublich. Heute will ich in Anlehnung an Insas Post meinen derzeitigen Lieblingsbecher und seine Geschichte vorstellen.

Meine Ballett-Tasse habe ich von Insa zu Weihnachten geschenkt bekommen. Wie nun die meisten wissen, fiel Weihnachten für mich ja aus und so stand dieses Geschenk, was Insa mir schon ein paar Wochen vorher mitgegeben hatte, vergessen im Keller. Irgendwann, so ca. im Mai/Juni, fragte Insa, ob ich eigentlich mein Weihnachtsgeschenk aufgemacht habe. Und so konnte ich mitten im Jahr Weihnachtspäckchen auspacken :-)
Jetzt muß man ja die letzten schönen Tage ausnutzen und sich am besten noch einmal gemütlich mit einer schönen Tasse Cappu oder Kakao und einem Buch auf die Terrasse setzen. Eine kleine Auszeit, die auch zu den Dingen gehört, für die man sich eigentlich viel häufiger Zeit nehmen sollte.

Auf einen goldenen Herbst,
Miriam

P.S.: Ich weiß jetzt auch warum diese Pürierstäbe auch Zauberstäbe genannt werden: Beim Versuch ein bisschen Sahne für den Cappu zu schlagen, habe in der Küche ein wunderschönes Winterwunderland gezaubert...aus Sahne. Ich bin dann mal putzen.


Samstag, 1. Oktober 2016

Meine Connichi Ausbeute und das E-Bike

Ich hab in den letzten Jahren ja schon mehrfach berichtet, dass meine Schwester ein großer Fan der japanischen Filme und Comics ist und wir gerne zu der größten von Fans organisierten Convention - der Connichi - nach Kassel fahren (spiel-mit-gegen-den-tod und wo-man-mit-mundschutz-mal-nicht-auffallt). Merkwürdigerweise ist es zwar ihr Hobby, aber ich finde immer etwas zum Geld ausgeben. In diesem Jahr habe ich zum Beispiel diese Kette mit Lungenanhänger gefunden:

Und für meine Mundschutzmaskensammlung (tolles Wort für Scrabble) durfte dieser hier mit nach Hause:
Außerdem hatte ich doch letztes Jahr von einer Bekannten auf der Convention Hello-Kitty-Masken bekommen. Auch wenn die großen Kostüme dieses Jahr weg fielen, konnte ich eine der beiden Sorten endlich mal tragen:

Dann noch ein kleiner Nachtrag zum E-Bike (ein-e-bike-fur-miriam). Ich bin sooooo happy!!!! Was war das bitte für eine Überraschung, Wahnsinn. Und nix hat Insa (oder meine Familie, oder oder oder) verraten. Ich bin auch gleich am nächsten Tag mit dem Fahrrad zur Physiotherapie gefahren, einfach genial. Tja, und nur drei Stunden später breche ich mir - ganz ohne Fahrrad - den Fuß...das nenne ich Ironie. Danke Cortison. Jetzt starre ich das Fahrrad jeden Tag sehnsüchtig an und freue mich ganz ungeduldig darauf, wieder fahren zu können. Aber dann....das sag ich euch :-)
am Ziel angekommen



zum Glück kein Gips

Kommt gut in den Oktober

Miriam

Freitag, 10. Juni 2016

Einfach nur so oder: Alles wird gut

In dieser Woche waren Insa und ich in Bremerhaven... einfach nur so. Keiner von uns hatte dort einen Arzt- oder Kliniktermin, keiner von uns war dort zur Reha, wir haben keinen Vortrag gehalten und haben uns keinen Vortrag angehört, wir haben auch keinen Scheck entgegen genommen und es war nicht mal eine Redaktionssitzung (die ist nächste Woche). Es war tatsächlich "einfach nur so". Der fleißige Leser sagt sich gerade: Bremerhaven...da war doch schon mal was. Richtig. Im letzten Jahr haben wir dort auch einen wunderschönen Tag verbracht (Ein Tag am Meer). Damals waren wir fest entschlossen, dass bald wieder zu machen und wie so oft haben wir uns gesagt, dass man so etwas generell öfter tun muss. Aber irgendetwas kommt dann ja immer wieder dazwischen, das Leben und der Alltag. Dabei wissen doch gerade wir, dass man nichts auf die lange Bank schieben sollte und dass das Leben und vor allem die guten Tage kostbar sind und genutzt werden müssen. Und trotzdem schleicht sich der übliche Alltagstrott ein und wir sind plötzlich gar nicht so spontan und flexibel, wie wir immer denken.

Auch dieses Mal hatten wir einen tollen Tag in Bremerhaven. Es war zwar ziemlich bedeckt und windig, aber zum Abend blitze die Sonne noch mal raus. Zuerst waren wir allerdings im "Deutschen Auswandererhaus". Das kann ich nur empfehlen, denn es ist wirklich toll!!! Wir waren fast drei Stunden dort und hätten locker noch mal drei Stunden bleiben können. Besonders interessant fand ich, dass man verschiedene Identitäten zugewiesen bekommt und auf dem Weg durchs Museum deren Lebensweg mitverfolgt. Sehr bedrückend fanden wir die Nachbauten der Unterkünfte bei den ersten Auswanderungen, vor allem auf den Segelschiffen. Auch die entsprechende Geräuschkulisse war vorhanden und wir paranoid veranlagten Transplantierten sind bei jedem künstlich eingespielten Husten zusammengezuckt.
 "Nach zahlreichen Epedimien wurde an Bord die Bedeutung von Desinfektionsmitteln erkannt."

Nach einem leckeren Essen mit Blick auf's Wasser, sind wir dann noch auf dem Deich spazieren gegangen und haben uns von dem Wellenplätschern einlullen lassen. Ich war enorm glücklich, dass ich das alles so gut geschafft habe. Bei unserem Ausflug im letzten Jahr waren die Schmerzen in meinen Füßen so extrem, dass Insa mich im Rollstuhl schieben musste und dieses Mal bin ich alles gelaufen (zum Teil halt mit Rollator). Einfach schön. Na ja, und dann noch die Tatsache, dass ich erst vor fünf Monaten (und einer Woche) auf der Intensivstation wach geworden bin, nichts bewegen konnte und auch einiges andere im argen lag. Auch darüber haben Insa und ich noch mal gesprochen. Auf der einen Seite ist das zwar dann kurz traurig, aber auf der anderen Seite tut es gut darüber zu sprechen. Und ich kann nicht beschreiben wie glücklich und dankbar ich bin, dass ich mich so unglaublich gut wieder erholt habe!!!!
Das wollen wir also bald wieder machen und vielleicht nutzt ihr schon dieses Wochenende um etwas schönes zu unternehmen...einfach nur so.
Miriam